Modern Warfare 2: Prequel zum Release

Es vergeht dieser Zeit kein Tag, an dem man nicht irgendetwas vom Massenerreger des Entwicklers Infinity Ward vernehmen könnte. Die Schweinegrippe in virtueller Form, mag der Zyniker und Battlefield-Veteran statuieren.

Und irgendwie ist es ja auch so. Was der deutschen Presse ihr inhaltlicher Flautenrückgriff auf den Piggy-Infekt, ist dem Spieleboulevard Modern Warfare 2, nur ohne Flaute. Dabei fing alles ja mal ganz harmlos mit der Ankündigung der etwas anderen Prestige Edition an. Sonst kommt man vermutlich auch nicht auf die Idee, sich ein Nachtsichtgerät zuzulegen. Da schläft man ja. Oder zockt. Das Interesse war entfacht, die Bindung zum Kunden hergestellt und durch eine groß angekündigte Preisstrategie gleich belastet. Das führte zur Online-Petition, der hippen Art seinen Missmut auszudrücken und doch nichts zu erreichen.

Wenige Zeit später schlug ein Video mit der Präsentation eines einzelnen, integrierten Third-Person-Modus seine empörten Wellen und vergangene Woche schäumte es dann wieder: die deutsche Version des Spiels sei wohl doch nicht so ungeschnitten, wie sie eigentlich sollte. Neben den verschwörungsbelastetenden Kommentaren entzürnter Fans, bot es gleichsam eine perfekte Plattform für die Hobbyethiker und -moralisten unter den Spielern und gleichermaßen den Redakteuren, zugegebenermaßen. Im Endeffekt ging es darum, dass die Exekution von Zivilisten in der deutschen Fassung kein Missionsinhalt ist – schießt man doch auf sie, gelangt man zum letzten Kontrollpunkt. Furchtbar. Das ganze Spiel ist unwürdig, nein, gehört verbrannt!

Call of Duty Modern Warfare 2 ©flickr.com / kb_reds

Die einzigen, die wirklich ein unschönes Los gezogen haben, sind dabei aber die PC-Spieler. Ich will ja gar nicht davon anfangen, aber Steam-Pflicht, eine starke Spieleranzahlbegrenzung im Multiplayer und dedicated Server. Da neigt man doch nur zu sagen: Legt euch endlich ’ne Konsole zu (also die PS3!) und guckt das PC-Spiel nicht mal mit dem Arsch an!
Und hinter all dem Wind steht am Ende, dass das Spiel ja eigentlich erst Morgen offiziell erwerbbar ist. Aber da hält sich ja eh keiner dran. So wird zumindest auf den beiden Konsolen schon seit Freitag das Spiel exzessiv gespielt und wie es aussieht, werden auch die Online-Rankings Morgen nicht zurückgestellt.

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Wer das Spiel noch nicht sein eigen nennt (warum auch immer) und über eine Kreditkarte verfügt, kann derzeit von den Dumping-Preisen auf amazon.co.uk profitieren. Dort wird das Spiel derzeit für 32 Pfund (35,70€ + 8€ Versand = 44,70€) angeboten.

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