Super Mario Galaxy

Die Reviews überschlagen sich. Manche behaupten gar, es wäre der beste Platformer aller Zeiten. Das Genre, so scheinen sich alle einig, ist gerettet.

Zumindest auf den ersten Blick hat sich dabei nicht so unglaublich viel getan: Wie seit N64 Tagen Gang und Gäbe gibt es eine lustige 3D Welt mit einem zentralen Ausgangsort (hier ein Observatorium), man muss Missionen, Spiele oder Gegner bezwingen, um Sternchen zu sammeln (120 um genau zu sein – 60 reichen und man darf gegen die Königsschildtkröte antreten), hat eine Anzeige für Lebensenergie und kann weiterhin fröhlich durch die Landschaft hüpfen. Plattsitzen kann man böse Pilzköpfe natürlich auch weiterhin. Natürlich wurde viel Neues erdacht, aber auch viel Altbekanntes wiederentdeckt: So feiert die Feuerblume (damit konnte Mario damals Feuerbällchen schießen) ihr Comeback und bringt auch noch gleich ihre Freundin die Eisblume mit. Mit dem Unsichtbarkeitsstern kann man wieder unverwundbar werden. Aber damit nicht genug: Man kann sich nun auch in eine Biene (!!! was um alles in der Welt?!) verwandeln, sich von einer Sprungfeder einwickeln lassen (um dann höher, weiter und schneller springen zu können), oder sich in die Reihen der süßen Boo-Geister einreihen. Ein Fliegesternchen gibt es auch noch. Außerdem kann man Rochenreiten, sich in einer Blubberblase fortbewegen, Jesus spielen (d.h. über Wasser laufen) und weiß Gott, was noch alles. Damit bietet Super Mario Galaxy eindeutig am meisten Verwandlungs- und Aktionsmöglichkeiten von allen bisherigen Mariotiteln.

Lebensenergie verliert man zum Beispiel, wenn man sich von einem Gegner erwischen lässt oder in eine Grube fällt. Neu ist die Funktion des Leben-Pilzes, der euch nun vorrübergehend ein paar mehr Energiepunkte haben lässt. Indem man Münzen einsammelt, kann man die Leiste wieder auffüllen. Außerdem gibt es natürlich auch wieder eine Sauerstoffanzeige, wenn man taucht. Ansonsten bekommt man nicht mehr Leben geschenkt, wenn man hundert Münzen einsammelt – jetzt muss man nach Sternteilchen Ausschau halten. Fünfzig davon und man darf einmal mehr sterben. Oh, und man soll auch später lila Münzen sammeln können, um für 100 Stück einen Stern zu erhalten.

Doch mit diesem ganzen – verzeit mir – Schotter, der eigentlich nichts als ein Update desselben altbackenden Gameplays ist, kann man niemand hinter der XBOX hervorlocken. Warum sind alle so orgastisch-enthuisiastisch? Weil das spiel-entscheidende Element im neuen Mario Hüpf-und-Spring-Spaß eben nicht die Verwandlungskünste des kleinen, rotebekleideten Pummelklempners sind, sondern *tusch* Schwerkraft. Wenn man von einem Planeten bzw. Asteroiden losspringt, wird man unter Umständen auf einem anderen Landen, weil dessen Schwerkraft größer ist. Das ganze Gameplay ist dreidimensional. Nicht 3D, so mit 3D Renderfiguren und Co., sondern richtig, wirklich, wahrhaftig 3D. Mit Worten kann man das gar nicht beschreiben. Schaut euch einfach das Video an:

[youtube VD0iW0_zFCU]

Wenn ihr gut genug Englisch könnt, solltet ihr unbedingt auch das Gametrailers Review sehen.

Cool ist auch, dass man nicht absolut dazu vergewaltigt wird, ständig den Wii-Controller durch die Landschaft zu schwingen. Mario steuert man meist mit Knöpfen. Nur wenn man rutscht (Rutschen runter, wie in allen 3D Marios üblich), Rochen fährt oder ähnliches steuert man damit piloten-ähnlich den Bewegungsablauf. Eigentlich wendet man das Teil immer dann an, wenn es am meisten Spaß macht. 🙂
Nachteile sind mal wieder die unglaublich tiefgründige und motivierende Story: Browser will Peach, entführt sie deswegen bei einer Party. Und Mario *tada* muss sie retten. Wahnsinn. Diesmal allerdings gibt es einen nervenaufreibenden Plot-Twist, der einem wirklich ans Herz gehen kann: Mario bekommt Hilfe. Und zwar nicht von irgendeinem Pilzkönig oder dergleichen, sondern von einer niedlichen Blondine. Meine Güte, ich bekomm Gänsehaut… *gähn* Die Nebenstory mit der Blondiprinzessin, die man sich in der Bibliothek anschaun kann, wird auch keinen vom Hocker haun. Aber das war ja bei Mario Spielen noch nie anders. Selbst Rollenspieler mit dem Klempner waren nur bedingt spannend. Wäre es nicht mal toll, wenn Ninty uns mal ein Mario Spiel mit einer Story geben würde? Einen echten Grund, diesen ganzen Kram durchzumachen?

Ansonsten könnte man an der Kameraführung rummeckern – manchmal, wie bei allen 3D Marios, nervt sie ein wenig. Aber auch wirklich nur manchmal. Verwirren tut das Spiel wiederrum gar nicht, obwohl es vom Weiten echt völlig irre aussieht. Für die, die noch keine Wii haben, ist Super Mario Galaxy eigentlich der Grund, sich eine zuzulegen. Günstigerweise ist ja eh bald Geschenke-Fress-Fest *äääääh* Weihnachten. :>

Hier mal die Engläner beim Anstehen (ja, die Schlange war lang):

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